Angebote in der Trauer

Ein Kind zu verlieren ist einer der schwierigsten Momente im Leben von Eltern. Der Weg zurück in den Alltag ist oft lang. Die Trauer bleibt. Partnerschaften können an der Trauer oder an der unterschiedlichen Art, mit diesem Verlust umzugehen, zerbrechen. Zugleich betrifft der Tod eines Kindes genauso auch Geschwister und die erweiterte Familie wie Großeltern und Verwandte.

Viele betroffene Eltern und Familien finden Trost – vielleicht auch neue Freunde – bei Menschen, die ein ähnliches Schicksal erfahren haben, und ebenfalls um ein verstorbenes Kind trauern.

Tipps von Trauernden für Trauernde:

  • Reden Sie regelmäßig mit Ihren Freundinnen und Freunden
  • Tragen Sie etwas an oder bei sich, das Sie mit dem verstorbenen Kind verbindet.
  • Legen Sie ein „Buch der Erinnerungen“ an.
  • Schreiben Sie über Ihre Gedanken und Gefühle, führen Sie ein Tagebuch.
  • Schreiben Sie an das verstorbene Kind: Briefe, Gedichte. Das hilft besonders in der ersten Zeit.
  • Pflanzen Sie etwas zum Andenken an das verstorbene Kind
  • Gestalten Sie zu Hause einen Platz für das Gedächtnis: mit Fotos, einem wichtigen Gegenstand, Kerzen.
  • Sagen Sie den Menschen, was Sie brauchen und was Sie sich wünschen.

Quelle: Bundesverband verwaister Eltern (Deutschland)

Kinder trauern anders als Erwachsene und finden in der Welt der Erwachsenen häufig nicht den geeigneten Platz für ihre Trauer. Die Trauer von Kindern und Jugendlichen – sei es, weil sie ein Geschwister verloren haben, einen Elternteil oder eine andere nahestehende Person – ist oft eine große Herausforderung.

Die Trauer von Erwachsenen und Kindertrauer haben eines gemeinsam: der Trauerprozess ist etwas Individuelles. Innerhalb einer Familie trauert oft jedes Mitglied auf seine Weise. Eine professionelle Beratung oder Trauerbegleitung kann dabei helfen, den Verlust allein und gemeinsam zu verarbeiten.

Informationen und Links zu Angeboten der Trauerbegleitung

Einen Überblick über qualitätvolle Angebote in Trauerbegleitung in ganz Österreich finden Sie auf der Website der Bundesarbeitsgemeinschaft Trauerbegleitung – BAT, der auch der Dachverband Hospiz Österreich angehört.

https://www.trauerbegleiten.at/trauernde-angebote

Auch viele Hospiz- und Palliativeinrichtungen bieten Trauerbegleitung an oder können ein entsprechendes Trauerangebot vermitteln. Bitte erkundigen Sie sich bei einer Einrichtung in Ihrer Nähe bzw. bei der landeskoordinierenden Organisation in Ihrem Bundesland nach den konkreten Möglichkeiten. Die genannten Einrichtungen finden Sie hier.

Trauerbegleitung für Geschwister von verstorbenen Kindern und für trauernde Kinder oder Jugendliche (Auswahl)

Der Tod des Bruders / der Schwester führt bei Geschwistern oft zu einer großen, beängstigenden Verunsicherung. Das Bild der beschützten, sicheren und heilen Welt zerbricht, und in der Folge können unterschiedlichste Ängste auftreten, wie die Angst vor weiteren Verlusten, Angst im Dunkeln, Angst vorm Alleinsein. Oft plagen die Geschwister auch starke Schuldgefühle. Sie glauben, durch Worte im Streit, durch ihr Verhalten, oder durch böse Gedanken den Tod des Geschwisters verursacht zu haben. Diese Gefühle belasten die Kinder sehr.

Was können Sie z.B. für das trauernde Kind tun:

  • Gewohnte Tagesstrukturen und Rituale wie Mahlzeiten, Schlafenszeiten, Bettgehritual weitgehend beibehalten – gibt Sicherheit
  • Fragen altersentsprechend und ehrlich beantworten – vertrauensstärkend
  • Die eigene Trauer auch vor dem Kind zeigen, gemeinsam trauern – verbindet
  • Das Kind so weit wie möglich in Abschieds- und Trauerrituale einbeziehen – mindert Phantasien
  • Dem Kind ermöglichen, seine Trauer mit unterschiedlichen altersgerechten Methoden auszudrücken (im Spiel, Zeichnen und kreativen gestalten) – stärkt

Eine qualifizierte, außenstehende Trauerbegleitung für Kinder und Jugendliche ist eine Möglichkeit, Kinder und Jugendliche in der Trauerbewältigung zu unterstützen und die Eltern zu entlasten.

Angebote zur Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen (Auswahl):

RAINBOWS:
RAINBOWS hilft Kindern und Jugendlichen in stürmischen Zeiten – bei Trennung, Scheidung oder Tod naher Bezugspersonen. RAINBOWS hat Zweigstellen und Niederlassungen in jedem Bundesland. Die Website bietet auch Literaturtipps zum Thema Tod/Trauer.

Roter Anker (Wien):
Trauergruppen für Kinder und für Jugendliche, Minitrauergruppe für Kleinkinder, Trauergruppe für die erwachsenen Angehörigen.

Auch Hospiz- und Palliativeinrichtungen bieten Trauerbegleitung für Geschwister an (etwa Geschwistertrauergruppen), kümmern sich um trauernde Kinder und vermitteln Trauerangebote. Bitte erkundigen Sie sich bei einer Einrichtung in Ihrer Nähe bzw. bei der landeskoordinierenden Organisation Ihres Bundeslandes nach den konkreten Möglichkeiten. Die genannten Einrichtungen finden Sie hier.

Selbsthilfegruppen von und für Eltern

Eine Möglichkeit für Trauerarbeit und -bewältigung bietet auch der Besuch einer Selbsthilfegruppe. Selbsthilfegruppen bieten eine Plattform für Menschen, die Erfahrungen teilen und sich Rückhalt in schwierigen Lebenslagen bieten. Hier kann man sich mit Menschen in einer ähnlichen Situation auf Augenhöhe austauschen und Verständnis und Zuspruch erhalten. Der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, kann für trauernde Eltern hilfreich und wohltuend sein. Selbsthilfegruppen gibt es auch für Eltern, die ihr Kind verloren haben (verwaiste Eltern).

In den Bundesländern gibt es Dachverbände oder Plattformen von Selbsthilfegruppen, die als Service- und Kontaktstelle im jeweiligen Bundesland fungieren. Über die Websites dieser Organisationen findet man verschiedene Selbsthilfegruppen und Foren.

Eine Übersicht über die zentralen Kontaktstellen für Selbsthilfegruppen in den Bundesländern bietet die Website des Öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs (www.gesundheit.gv.at) unter diesem Link: https://www.gesundheit.gv.at/service/gesundheitssuche/selbsthilfegruppen

Unterstützung für Eltern von verstorbenen und stillgeborenen Babys (Sternenkinder) – Auswahl

Verein Pusteblume:
Der Verein Pusteblume widmet sich österreichweit der Förderung der professionellen Beratung und Begleitung bei Fehlgeburt und perinatalem Kindstod. Eltern, Hebammen, Österreichische Kliniken und Sternenkindfotograf*innen können kostenlos Sternenkinderkleidung anfordern.

Dein Sternenkind:
Die Organisation Dein Sternenkind bietet Erinnerungsfotos als ein Geschenk für Eltern, die ein bereits totes Baby auf die Welt bringen müssen oder denen der Tod des Neugeborenen unausweichlich bevorsteht. Wenn das erste Bild das letzte ist – ehrenamtliche Fotograf*innen erstellen kostenfreie Fotografien von Sternenkindern. Ansprechpartnerin in Österreich ist Simone Strobl simone.strobl@dein-sternenkind.eu

Unterstützung bieten auch spezielle Selbsthilfegruppen – siehe hierzu die Informationen unter Selbsthilfegruppen von und für Eltern