ABGESTUFTES VERSORGUNGSKONZEPT

Österreich hat seit 2013 ein Experten-Konzept der Abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Dieses Konzept sieht eine Grundversorgung und eine spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung vor. Zusätzlich braucht es Angebote zur Entlastung der Familien. Das Konzept ist derzeit je nach Bundesland unterschiedlich weit umgesetzt.

Einen Überblick über dieses Versorgungssystem bietet die nachstehende Grafik (Quelle und Copyright: Hospiz Österreich 2017):

Abgestufte Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Grundversorgung
Spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung
Entlastung
Einrichtung / Dienstleister
Mobile Angebote
Stationäre Angebote
Mobile, (teil-)stationäre Angebote
Kinderkliniken, (Kinder-)Krankenhäuser

Betreuungseinrichtungen

Niedergelassene (Fach-) Ärzteschaft

mobile (Kinder-) Krankenpflege

TherapeutInnen
Kinder-Hospizteams
Mobile Kinder-Palliativteams
Pädiatrische Palliativbetten
Tagesbetreuung

Entlastungspflege

Kurz-, Langzeitpflege

Erholung

Trauerbegleitung

...
Stationäre Kinder-Hospize

Eine Grundversorgung soll möglichst in allen Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens, wie im Krankenhaus (Neonatologie, Kinder-/Jugendabteilung, Kinderklinik), bei niedergelassenen (Kinder)-Ärzt*innen, über Kinderkrankenpflegedienste, durch Therapeut*innen etc. erfolgen.

Die spezialisierte Hospiz- und Palliativversorgung verfügt über spezifische Expertise und richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebensverkürzenden Erkrankung und ihre gesamte Familie.

Zusätzlich brauchen Familien Entlastungsangebote. Diese sind vielfältig und reichen von pflegerischen und therapeutischen Angeboten über Angebote für Urlaub und Erholung bis zur Trauerbegleitung.

Das spezialisierte Versorgungsangebot umfasst vier Formen:

Kinder-Hospizteam: Begleitung der Familien durch qualifizierte ehrenamtliche Kinder-Hospizbegleiter*innen

Mobiles Kinder-Palliativteam: Spezialisierte Betreuung und Beratung der Familien zu Hause durch Ärzt*innen, Pfleger*innen und psychosoziale Berufe

Pädiatrische Palliativbetten: Spezialisierte Betten im Krankenhaus zur Aufnahme in Krankheitskrisen

Stationäres Kinder-Hospiz: Spezialisierte Einrichtung für einen Aufenthalt der Familie zur Unterstützung und Entlastung

Die pädiatrischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen finden Sie hier

Ein Wort zu den Kosten

Derzeit existiert lediglich für Pädiatrische Palliativbetten eine österreichweite Finanzierungsgrundlage, und zwar im Rahmen der Krankenhausfinanzierung. Bei Aufenthalten fällt der im Krankenhaus übliche Kostenbeitrag für Kind bzw. Jugendliche/n und Begleitperson/en an.

Bei stationären Hospiz-Aufenthalten können Kostenbeiträge (in sozial verträglicher Höhe) anfallen, die mobilen Hospiz- und Palliativangebote können von den Familien grundsätzlich kostenlos in Anspruch genommen werden. Dies ist nur möglich, weil in einzelnen Bundesländern Angebote bereits (teils) öffentlich finanziert werden. Viele Einrichtungen sind aber nach wie vor auf großzügige Spenden und jährlich neu gewährte Förderungen angewiesen.

Eine dauerhafte, österreichweite öffentliche Regelfinanzierung für alle Hospiz- und Palliativangebote fehlt hingegen noch. Das 2015 von der Bundesregierung eingesetzte Hospiz- und Palliativforum unter dem Präsidium von Waltraud Klasnic und Dr.in Elisabeth Pittermann-Höcker versucht, Wege zu einer Regelfinanzierung für alle Formen der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung zu finden.