Hospiz macht Schule

„Hospiz macht Schule“ ist in Österreich untrennbar mit den Namen Monika Benigni und Monika Specht-Tomann verbunden. Die beiden Steirerinnen haben Pionierarbeit geleistet, das Thema Sterben, Tod und Trauer auch zum besprechbaren Thema für Kinder und Jugendliche zu machen und Kinder und Jugendliche damit in ihren Erfahrungen ernst zu nehmen. Dieses wichtige Lebensthema braucht seinen Platz in unseren Schulen. Was Kinder und Jugendliche heute erleben und erfahren, damit werden sie die Gesellschaft von morgen prägen.

„Hospiz macht Schule“ ist ein Projekt, das ein Thema in die Schulen bringt, das uns alle betrifft. Den Tod als Teil des Lebens verstehen und annehmen – Schüler und Schülerinnen aller Altersgruppen sollen dafür sensibilisiert werden und einen offenen Umgang mit Krankheit, Behinderung, Alter und Tod erfahren.

Im persönlichen Zugang zu diesem Thema setzen sich Schülerinnen und Schüler mit gesellschaftlich hochaktuellen Fragen wie Alter und Altersvorsorge, Pflege und Betreuung schwerkranker Menschen und persönlicher Sinnfindung auseinander. Ebenso gibt das Projekt den jungen Menschen die Möglichkeit, sich mit erfahrenen Hospizmitarbeiter*innen auszutauschen. Die Schüler*innen erfahren eine wertschätzende Haltung im Umgang mit Abschied, Sterben und Trauer.

Projektziele

Mit dem Projekt „Hospiz macht Schule“ soll erreicht werden, dass

  • Kindern und Jugendlichen bewusst wird, dass Sterbe-, Abschieds- und Trauerprozesse immer wiederkehrende Lebensprozesse sind
  • junge Menschen gestärkt werden im Umgang mit Verlusterlebnissen
  • Kinder und Jugendliche ermutigt werden, offen mit Tod, Abschied und Trauer umzugehen
  • junge Menschen sensibilisiert werden für die individuellen Bedürfnisse leidender, sterbender und trauernder Menschen
  • Kinder und Jugendliche motiviert werden, mit Interesse und der im Projekt erworbenen Kompetenz auf Menschen mit besonderen Bedürfnissen zuzugehen
  • in unserer Gesellschaft in Zukunft ein offenerer Umgang mit den Fragen zu Sterben, Tod und Trauer gepflegt wird
  • wir uns in wertschätzender Haltung begegnen.

Das Projekt ist ein aktiver Beitrag zur Umsetzung und Einhaltung der Menschenrechte und fördert die Kommunikation zwischen allen am Schulalltag Beteiligten. Ein Mehr an Bewusstsein erlaubt den Weg aus der Sprachlosigkeit, aus der rein informellen Kommunikation zu einer geregelten, erlaubten, gewünschten Kommunikation.

Projektablauf an den Schulen

Erfahrene und speziell ausgebildete Hospizmitarbeiter*innen kommen in die Schulklassen und informieren zum Thema Hospiz.

Mit entsprechenden didaktischen Methoden wird – abgestimmt auf die unterschiedlichen Altersstufen – behutsam an das Thema herangegangen. In der persönlichen Auseinandersetzung und durch das Kennenlernen von Hospiz- und Palliativstrukturen wird eine Brücke zwischen Wissen und realem Erleben gebaut und soziales Lernen ermöglicht.

Je nach Möglichkeit und Wunsch der Schule gibt es unterschiedliche Varianten. Rahmenbedingungen sind:

  • mindestens 3×2 Unterrichtseinheiten, maximal 7×2 Unterrichtseinheiten
  • auch als Projekttage möglich
  • ergänzender Lehrausgang

Außerdem soll das gesamte Projekt über den Zeitraum eines Schulsemester nicht hinausgehen. Erstklassen aller Schulformen sind aufgrund der „Eingewöhnungsphasen“ der Schüler*innen zu vermeiden.

Das Projekt ist nicht zur Krisenintervention geeignet und es ist nicht dazu da, um sich mit seinem eigenen Sterben auseinanderzusetzen.

„Hospiz macht Schule“ hat in Österreich seinen Ursprung in der Steiermark: Monika Benigni, damals Hospizbegleiterin und Koordinatorin des Hospizteams Radkersburg, startete 2002 das Pilotprojekt „Lebensschule – Jugendliche begegnen dem Tod“ an zwei Schulen in Bad Radkersburg. Ihr erschien es sehr wichtig, Jugendliche für das Thema Sterben, Tod und Trauer zu sensibilisieren und mit dem Tabuthema zu brechen. In den darauffolgenden Jahren wurden Projekte in weiteren Schulen in der Steiermark durchgeführt. Das im Jahr 2006/2007 durchgeführte Evaluierungsprojekt „Hospiz macht Schule“, wissenschaftlich begleitet von Monika Specht-Tomann, bestätigte den Ansatz.

In diesen Bundesländern wird „Hospiz macht Schule“ umgesetzt:

Kärnten

Die Hospizbewegung Diakonie setzt „Hospiz macht Schule“ im Bundesland Kärnten um.

Hospiz macht Schule in Kärnten https://www.diakonie-delatour.at/hospiz_macht_schule

Niederösterreich

Aufbauend auf den Erfahrungen in der Steiermark hat der Landesverband Hospiz Niederösterreich im Jahr 2009 beschlossen, das Projekt „Hospiz macht Schule“ flächendeckend voranzutreiben.

Hospiz macht Schule in NÖ https://www.hospiz-noe.at/projekte/

Steiermark

Der Hospizverein Steiermark hat das Projekt „Hospiz macht Schule“ bereits 2005 in der Umsetzung an Schulen erprobt und evaluiert.

Hospiz macht Schule in der Steiermark https://hospiz-stmk.at/projekte/

Tirol

Die Tiroler Hospiz-Gemeinschaft bietet „Hospiz macht Schule“ im Ötztal an.

Wien

Die Caritas der Erzdiözese Wien bietet „Hospiz macht Schule“ in Wien und in Niederösterreich an. Der Rote Anker am CS Hospiz Rennweg hat in Anlehnung an „Hospiz mach Schule“ ein spezialisiertes Schulprogramm entwickelt, das sich mit dem Lebensende auseinandersetzt.

Hospiz macht Schule der Caritas der Erzdiözese Wien und Orientierungsbroschüre für Jugendliche https://www.caritas-wien.at/hilfe-angebote/hospiz/hospiz-macht-schule/

Schulprogramm des Roten Anker am CS Hospiz Rennweg https://www.cs.at/angebote/cs-hospiz-rennweg/roter-anker