Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Österreich

15. Österreichweites Vernetzungstreffen

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Hospiz und Palliative Care für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

15. Österreichweites Vernetzungstreffen für Mitarbeiter:innen in der Versorgung von lebensverkürzend erkranken Kindern und Jugendlichen: Knapp 80 Personen kamen am 8. Oktober 2025 im Bildungs- und Konferenzzentrum St. Virgil zusammen – mit Vertreter:innen aus den spezialisierten pädiatrischen Hospiz- und Palliativeinrichtungen, aus Entlastungsangeboten, aus der Grundversorgung und aus allen Bundesländern war der gesamte Versorgungsbereich gut vertreten. „Früher war das ein Sesselkreis!“ – der spontane Ausruf einer Teilnehmerin beim Betreten des Veranstaltungsraumes steht für die Entwicklung, die das von HOSPIZ ÖSTERREICH ins Leben gerufene, seit 2011 jährlich durchgeführte österreichweite Vernetzungstreffen genommen hat.

 

Sonja Thalinger –Geschäftsführerin von HOSPIZ ÖSTERREICH – eröffnete das Treffen und moderierte durch diesen Tag.

Claudia Nemeth – Leiterin des Bereichs „Hospiz und Palliative Care für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei HOSPIZ ÖSTERREICH“ – gab einen Überblick über aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten zum Fachbereich.

Danach stand der Vernetzungstag im Zeichen des Themas Geschwister. Geschwister von erkrankten oder verstorbenen Kindern wachsen unter besonderen Umständen auf und verdienen besondere Aufmerksamkeit, stehen aber oft im Schatten der Krankheit, ihre Sorgen und Bedürfnisse werden übersehen. Drei Vorträge beleuchteten unterschiedliche Facetten aus der Welt der Geschwister.

Helga Schiffer, Institut für Schattenarbeit und Mitglied der Lehrgangsleitung Interprofessioneller Lehrgang Palliative Care in der Pädiatrie, zeigte auf, wie schwierig es ist, gezielt Informationen und Unterstützung für Geschwister von erkrankten Kindern zu finden. Eine „Geschwisterlobby“ als zentrale Anlaufstelle wäre ein wichtiger Schritt, um die Versorgung und Begleitung dieser Geschwister in Österreich nachhaltig zu verbessern und sie unabhängig vom jeweiligen Erkrankungsbild in der Familie wahrzunehmen. – „Geschwister von erkrankten Kindern brauchen eine eigenständige Stimme in unserer Gesellschaft.“

Lisa Jäger, Pädagogin, und Doris Schoch-Reitzner, Koordinatorin Geschwisterbegleitung – beide vom Kinderhospiz Netz – erklärten, dass eine Haltung der Achtsamkeit, geprägt von Präsenz, Empathie, wertfreier Wahrnehmung und sprachlicher Sensibilität es Kindern ermöglicht, ihre Gefühle in einem sicheren Rahmen zu erleben und auszudrücken. Sie brachten Beispiele aus ihrer Tätigkeit, wie dies gelingen kann und zeigten, wie wichtig es ist, Gefühle anzusprechen und zu benennen. – „Alle Gefühle sind ok.“

Martina Stollhof, Psychosoziale Beraterin und ehrenamtliche Mitarbeiterin bei HoKi NÖ, teilte wichtige Erkenntnisse aus ihrer Masterarbeit zum Thema trauernde Geschwister nach unerwarteten Geschwisterverlusten. Es braucht einen fachlichen und gesellschaftlichen Diskurs, um den Stellenwert gesunder Geschwister AUCH nach einem frühzeitigen plötzlichen Geschwisterverlust (Tod am Beginn des Lebens) zu etablieren. – „Plötzlich war alles ganz anders.“

In der Reflexion diskutierten die Teilnehmer:innen über Möglichkeiten und Ansatzpunkte, wie Geschwister in den Fokus genommen werden können, und es entstanden viele Ideen und Impulse für die tägliche Arbeit.

Der Tag bot überdies Zeit und Raum für den Austausch von Neuigkeiten und für die Vernetzung über die Organisationen und die Bundesländer hinweg.

Unser besonderer Dank ergeht an die Österreichischen Lotterien, mit deren Unterstützung diese Vernetzung über die Koordinationsstelle „Hospiz und Palliative Care für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene“ im Dachverband HOSPIZ ÖSTERREICH angeboten und gefördert werden kann.